Wie ich mein dishydrotisches Ekzem loswurde- durch den Verzicht auf sulfathaltiges Duschgel
Share
Ich habe fast sechs Jahre lang mit einem dyshidrotischen Ekzem an den Händen gekämpft – ohne zu wissen, was wirklich dahintersteckt. Kleine, juckende Pusteln zwischen den Fingern, die aufplatzten, nässten und die Haut sich anschließend schälte. Ich war bei mehreren Hautärzten, bekam immer wieder dieselbe Diagnose: „Da kann man nicht viel machen – trocknen lassen, Kortisonsalbe, eincremen.“ Doch je mehr ich behandelte, desto schlimmer wurde es. Erst als ich begann, konventionelle Duschgels wegzulassen – insbesondere jene mit sulfathaltigen Tensiden wie Sodium Laureth Sulfate oder Sodium Coco Sulfate – verschwand das Ekzem fast über Nacht. In diesem Artikel erzähle ich dir meine ganze Geschichte, was ich heute anders mache und wie ich es geschafft habe, mich dauerhaft von diesem Hautproblem zu befreien – ganz ohne Kortison.

Was ist ein dyshidrotisches Ekzem überhaupt?
Bevor ich meine persönliche Geschichte weiter erzähle, möchte ich kurz erklären, was ein dyshidrotisches Ekzem überhaupt ist – denn viele kennen diese Hauterkrankung nicht beim Namen, obwohl sie gar nicht so selten vorkommt.
Ein dyshidrotisches Ekzem, auch bekannt als dyshidrotische Dermatitis oder Pompholyx, ist eine spezielle Form des Ekzems, die sich vor allem an den Händen und manchmal auch an den Füßen zeigt. Typisch sind kleine, tief unter der Haut liegende Bläschen oder Pusteln, die meist sehr stark jucken. Sie treten häufig an den Seiten der Finger auf, können sich aber auch auf die Innenflächen der Hände oder Fußsohlen ausbreiten.
Diese Bläschen enthalten eine klare Flüssigkeit und platzen bei Reibung oder Kratzen leicht auf. Danach beginnt die Haut, sich großflächig zu schälen oder sogar zu reißen. Das kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch das Risiko für Infektionen erhöhen – schließlich ist die Hautbarriere an diesen Stellen stark gestört.
Was das dyshidrotische Ekzem besonders frustrierend macht: Die genaue Ursache ist aus schulmedizinischer Sicht nicht eindeutig geklärt. Häufig genannte Auslöser sind:
-Stress: Viele Betroffene berichten, dass das Ekzem in Phasen hoher Belastung schlimmer wird.
-Kontaktallergien: Besonders Nickel oder Duftstoffe in Pflegeprodukten oder Reinigungsmitteln stehen unter Verdacht.
-Übermäßiges Schwitzen: Wärme und Feuchtigkeit fördern die Entstehung der Bläschen.
-Äußere Reize: Häufiger Kontakt mit Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln oder stark entfettenden Substanzen.
Was jedoch selten angesprochen wird – und was ich selbst erst durch meine eigene Recherche herausfand – ist der mögliche Zusammenhang mit aggressiven Tensiden in Kosmetikprodukten. Diese Inhaltsstoffe stehen selten im Fokus der medizinischen Behandlung, obwohl sie täglich direkten Hautkontakt haben – oft über Jahre hinweg.
Aus schulmedizinischer Sicht gilt das dyshidrotische Ekzem häufig als „chronisch rezidivierend“, also immer wiederkehrend und schwer heilbar. In der Praxis bedeutet das oft eine endlose Spirale aus Kortisonsalben, Hautpflege und dem Versuch, Auslöser zu meiden – meistens ohne echten Erfolg.
Aber was, wenn einer dieser Auslöser direkt in der täglichen Dusche lauert?
Der Wendepunkt: Als ich selbst zu recherchieren begann
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich überhaupt auf die Idee kam, dass das Problem mit meiner Haut möglicherweise von etwas kommen könnte, das ich täglich benutze – ausgerechnet von meinem Duschgel.
Ich erinnere mich noch gut an den Abend, an dem ich wieder einmal total frustriert war. Ich hatte wieder einen dieser Schübe. Meine Hände juckten, die Pusteln waren da, die Haut war aufgerissen, und die Kortisonsalbe half wieder einmal nur kurzfristig. Ich suchte online nach Erfahrungsberichten – nicht in medizinischen Foren, sondern ganz bewusst in Blogs und auf Seiten von Betroffenen. Und dann stieß ich auf einen Beitrag, in dem jemand schrieb, dass sich ihr Ekzem massiv verbessert hatte, nachdem sie auf Duschgel mit sulfathaltigen Tensiden verzichtet hatte.
Ich hatte durch mein Studium natürlich schon von Tensiden gehört. Aber mich ehrlicherweise nicht so genau mit Ihnen aus einander gesetzt. Außerdem dachte ich auch in Naturkosmetik ist bestimmt nichts drin was meiner Haut schaden könnte...
Leider ein Irrtum.
_________
INFOBOX:Tenside
Tenside sind waschaktive Substanzen. Sie sind dafür verantwortlich, dass ein Produkt schäumt und Schmutz von der Haut löst. In den meisten konventionellen Duschgelen und Shampoos stecken Sulfate wie z. B. Sodium Laureth Sulfate (SLES) oder Sodium Lauryl Sulfate (SLS). Auch Sodium Cocosulfate– das oft als „sanfter“ gilt, aber letztlich ebenfalls ein sulfatbasiertes Tensid ist – gehört in diese Gruppe.
Diese Tenside sind in der Kosmetikindustrie extrem beliebt: Sie sind billig, effektiv und sorgen für den typischen „sauberen“ Schaum. Das Problem ist nur: Sie sind auch ziemlich aggressiv. Sie reinigen nicht nur den Schmutz von der Haut, sondern greifen auch den natürlichen Hautschutzmantel an – besonders bei sensibler oder vorgeschädigter Haut.
______
Was mir dann bewusst wurde: Niemand – wirklich niemand – hatte mich je darauf hingewiesen. Kein Arzt, keine Hautklinik, keine Apothekerin. Dabei war es so naheliegend.
Von diesem Punkt an wusste ich: Ich muss etwas ändern. Ich beschloss, radikal zu sein. Keine Kompromisse mehr. Keine „milden“ Duschgele aus der Drogerie, keine Babyprodukte mit bunten Etiketten. Ich wollte keine Sulfate mehr auf meiner Haut.

Der radikale Schnitt: Keine reizende Kosmetik mehr
Nachdem ich den Verdacht hatte, dass sulfathaltige Tenside der Auslöser meines dyshidrotischen Ekzems sein könnten, traf ich eine Entscheidung: Ich würde alle Produkte aus meinem Badezimmer verbannen, die auch nur im Entferntesten diese Inhaltsstoffe enthalten. Es war ein radikaler Schnitt – aber rückblickend einer der besten Schritte meines Lebens.
Ich begann damit, die Etiketten meiner Duschgele, Shampoos und Handseifen zu lesen. Was ich fand, hat mich ehrlich gesagt erschreckt. Fast jedes Produkt, das ich über Jahre hinweg täglich benutzt hatte, enthielt Sodium Laureth Sulfate, Sodium Lauryl Sulfate oder Sodium Cocosulfate (SCS). Selbst Naturkosmetikmarken – denen ich eigentlich vertraute – verwenden häufig SCS, weil diese als „pflanzlich“ gelten. Doch für meine Haut war das egal. Sulfat ist Sulfat.
Also sortierte ich rigoros aus. Ich warf alles weg, was potenziell reizend war – auch wenn es noch fast voll war. Ich hatte keine Lust mehr, Kompromisse einzugehen.
✨Was dann kam, war ein bisschen wie ein Neuanfang.
Ich fing an, meine Körperpflege selbst zu machen.
Dabei kam mir mein Hintergrund sehr zugute: Durch meine Ausbildung als biologisch-technische Assistentin hatte ich jahrelange Erfahrung im Laboralltag gesammelt – mit Formulierungen, Hygienestandards, Stoffeigenschaften und exakter Arbeitsweise. Dieses praktische Wissen verband ich mit dem Fachwissen aus meinem Bachelor of Science, um fundierte, wirksame und sichere Kosmetikprodukte selbst herzustellen.
Was für andere vielleicht ein Experimentierfeld war, war für mich ein gezielter, wissenschaftlich fundierter Weg. Ich wusste, wie ich pH-Werte bestimme, wie ich Emulsionen stabilisiere, welche Wirkstoffe sich miteinander vertragen – und vor allem, worauf empfindliche Haut reagieren kann.
So entstand meine erste Duschsahne ❤️

Die Wende: Mein Hautbild verbesserte sich schlagartig
Was dann geschah, hätte ich ehrlich gesagt selbst nicht erwartet. Ich hatte gehofft, dass sich meine Haut langsam bessert – dass die Ekzemschübe vielleicht seltener werden oder zumindest weniger schlimm. Aber die Verbesserung kam nicht langsam. Sie kam plötzlich.
Schon nach wenigen Tagen ohne sulfathaltige Produkte merkte ich, dass der Juckreiz deutlich nachließ. Die kleinen Pusteln, die sich sonst zuverlässig nach dem Duschen entwickelten, blieben einfach aus.
Nach zwei Wochen war kein einziger neuer Schub mehr aufgetreten. Die bestehenden Ekzemstellen heilten sichtbar ab. Die Haut spannte nicht mehr, war nicht mehr trocken oder rissig – sondern weich, geschmeidig und stabil. Und das ganz ohne Kortison. Kein Nachcremen. Kein ständiges Beobachten der Hände.
Was mir auch auffiel: Dieses unangenehme Spannungsgefühl nach dem Duschen – das ich früher immer als „normal“ empfunden hatte – war komplett weg. Früher war ich sofort nach dem Duschen gezwungen, mich einzucremen, weil meine Haut sich sonst wie Pergamentpapier anfühlte. Mit meiner Duschsahne war das völlig anders. Jetzt musste ich mich nicht mehr eincremen- ich machte es nur noch als ein Ritual. Als etwas entspannendes, was ich mir gönnte.
Natürlich war ich vorsichtig optimistisch. Ich fragte mich: Ist das nur ein kurzer Effekt? Wird das Ekzem wiederkommen? Aber Woche für Woche verging – und nichts kam zurück.
Heute, viele Jahre später, kann ich sagen: Das war keine Phase. Das war die Lösung. Ich habe seitdem keine Rückfälle mehr gehabt. Keine Kortisonsalbe mehr gebraucht. Und das Beste: Ich habe meine Leidenschaft für das Entwickeln von eigener Kosmetik entdeckt.
Jetzt stelle ich Naturkosmetik her, die auch hält was sie verspricht-ohne reizende Tenside oder Duftstoffe.